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Ramle

Von Joram Kanjuk

Nachdem sie mir den Gips im Krankenhaus in Jaffo weggeschnitten hatten, tauchte Gawrusch mit australischem Zylinder und roter Kafiya der arabischen Legion auf und sagte, was denkst du, dass du hier machst, im Bett? Ich genese, sagte ich. Er sagte, man gründet eine neue Jeep-Einheit’ und du siehst genesen aus. Wir beginnen am Ende des Waffenstillstandes, und im Jeep darf man auch hinken. Ich bin abgehauen, und das Meer füllte den Horizont hinter den muslimischen Grabsteinen im Mondlicht, die Hyänen waren nicht mehr dort. Wir trafen uns im Café Carlton am Rothschild-Boulevard, Gavrusch sagte, wir sollen uns zu viert, in der Nacht, einen Jeep von der Marinekaserne ausleihen, denn die Marine braucht keine Jeeps, die können sich zu Schiff bewegen. Früh morgens, zusammen mit Eskimo, der später zum Major in Sachen Drauflos-Hauen befördert wurde, nahmen wir den Jeep, die Wächter sagten was, wir sprachen mit ihnen höflichst, sie schrien, Eskimo wollte erklären, aber er fand die Worte nicht, und die Schreie störten ihn, und sie wurden hingelegt, die armen, gleich am Meer, und wir fuhren nach Ramle.

Vom Stacheldraht umschlossen stand die Stadt leer da. In der brennenden Mittagshitze im Sommer bewachten Mickey-Mouse-Soldaten die Stadt. Umherirrende Esel röhrten in den leeren Strassen herum. In der Luft war der Geruch von stinkender Nahrung. Wir suchten den Kommandant und all die andern Leute, die Jeeps von Korps ausliehen, die sie nach Gavrushs Meinung nicht brauchten, und aufm Weg schauten wir uns ein bisschen die Häuser an.  Gedeckte Tische, die stanken. Bedeckte Bette, die schon schimmelten. Ein toter Mann. Der Kopf erinnerte Eskimo an Aarons Kopf in Kirjat Anavim, aufgepflanzt auf einem Pfahl mit seinen Geschlechtsteilen im Mund, und ich dachte auch an unsren Chaim, und wie er die Alte in Bir Chalil ermordete. Und hier wieder – hohle Bäume mit Häusern, die nichts umgaben, und kein Blut. In der ersten Nacht, im Haus, in dem wir uns einrichteten, sagte Gavrush, der Beton rutsche. Es kamen die Schakale und belagerten die Stadt mit ihrem Gejaule. Am nächsten Tag malten sie die Jeeps in Khaki-grau, und ich hinkte in Richtung Lod, um mir den Zugbahnhof nach Haifa anzuschauen. Das war die einzige Schienenverbindung im Land. Ich erinnerte mich an den Geruch von Gnadenkraut und brennender Kohle, an die Kuchenverkäufer und die Johannisbrotsaftverkäufer mit dem Turban, die mit der Zimbel lärmten. Aber die Lokomotiven standen dort ohne Waggons, die weggeführt wurden, verrostet. Keine Menschenseele war zu sehen, außer einem Toten, der mit einer Decke verdeckt wurde und stank, und die Raben verließen ihn gurrend-kreischend auf der Suche nach andern Toten. Ich kehrte über die Felder zurück. Ich bog rechts ab in Richtung eines Stacheldrahtes. Da standen Hunderte von Arabern.

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