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Montag, 4. März

Vor acht schon David angerufen – in der Schweiz vor sieben – um meine Ankunftszeit durchzugeben und mich nach einem Buch über Juden- und Christentum zu erkundigen, das ich Ediths Eltern zum Abschied schenken will. Es soll ein schönes Geschenk werden – ich habe etwas gutzumachen für die häßlichen Gedanken damals in diesen scheußlichen Tagen am Anfang.

David wußte keinen Rat; er habe von einem grundlegenden Werk über die drei monotheistischen Religionen gehört, suche es aber selbst auch. Ich verabredete mich mit Uri, in der Buchhandlung der Universität nachzusehen.

[…]

Diesmal muß ich lange auf Uri warten, und er hat nachher nicht viel Zeit. Aber ich bin froh, daß er mit mir in die Studentenbücherei kommt, ich hätte alleine nicht schnell genug die hebräischen Titel durchgehen können. Wir finden für die Gottliebs ein dreibändiges englisches Werk, das mir sehr wissenschaftlich vorkommt; nach dem Kauf fotokopiere ich die Titelseiten für David.

Abendbrot bei Pinchas und Awiwa L., in der Küche, sehr gemütlich. Awiwa sagt, ich sei jetzt eine der ihren, nachdem ich das alles mitgemacht habe. Schade, daß ich zurückhetze, den Neunuhr-Bus nach Savion zu bekommen; ein junges Mädchen hat nicht so viel Glück: gerade schließen die Türen, als sie atemlos angerannt kommt, und der Chauffeur bafft nur grinsend: "Zu spät!" und fährt ab – der nächste Bus wird in einer Stunde da sein. In der Schweiz erleben wir mürrische Unfreundlichkeiten und lederne Verständnislosigkeit – aber nicht fröhlichen Sadismus. Der Kerl jagt seinen Riesenkäfer durch die Gegend in einem Tempo, daß wir Fahrgäste bis zur Decke hüpfen und ich denke: den Krieg habe ich lebend überstanden, aber jetzt sterbe ich an einem Verkehrsunfall. Nach siebzehn Minuten sind wir in Savion.

Bald darauf kommt Miki aus ihrem Zeichenkurs und will gleich zu Bett; […] Meinetwegen, ich habe ja Magda. […] Dummerweise fallen mir immerfort die Augen zu, und wenn ich sie öffne, muß ich sie lange suchen, bis ich die Textstelle wieder finde, und kaum habe ich sie gefunden, fallen mir die Augen wieder zu.

 

Auch beim Diktieren ins Band muß ich häufig zurückdrehen und abhören, weil ich eingeschlafen bin und nicht mehr weiß, was ich zuletzt diktiert habe.

 

 

MUTTER ZWISCHEN DEN FRONTEN

 

Und wie ich schon vierzigmal hier schrieb: Ich konnte nicht anders und habe Wolf Bier­mann auf sei­nen Artikel in der Zeit ge­ant­wortet:

https://abumidian.wordpress.com/deutsch/biermann

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