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Donnerstag, 7. Februar

Gestern Morgen brauchte ich eine halbe Stunde, um mir auszudenken, wie ich wohl aufstehen solle; schließlich schleppte ich meine Kleider vor den Strahler [wohl das, das wir in hebräisch Spiralen-Ofen nennen?] in der Eßecke und braute mir zwei Tassen "Kaffee Dreck", wobei kochendes Wasser auf den feinst gemahlenen Kaffee aufgegossen wird wie auf lösliches Kaffeepulver. [ich habe schnell eine Rechnung gemacht. Ich habe in meinem Leben bisher ungefähr fünfunddreißig bis vierzig Tausend solcher "Drecks" getrunken.]

[…]

[…Miki und Hilde fahren nach Jafa, dann sitzen sie auch am Meer.]

Hinter unserm Rücken spazierte ein Pärchen: "Nu?" riefen sie uns zu: "Wartet ihr auf die Rakete? – Aber ihr schaut in die falsche Richtung. Die kommt aus dem Osten."

[…]

Es wurde eine wahrhaft furchtbare Nacht. Mit Schüttelfrost lag ich im Bett, wagte nicht mich auszuziehen, hätte aber auch in Kleidern nicht gewusst, wie ich im Fall eines Raketenangriffs in diesem Zustand ins verstopfte Zimmer kommen sollte, abgesehen davon, daß mein schreckliches Zittern missdeutet worden wäre. Beinahe musste ich erbrechen und war froh, es vermeiden zu können bei der scheußlichen Kälte. Draußen donnerte und blitzte es, aber solange das Gepolter aus der Natur kommt, ist es erträglich. Gegen Morgen hörte der Temperaturanstieg endlich auf, und ich konnte einschlafen, aber heute bin ich krank; das ist nicht die Regel, normalerweise fühle ich mich nach dem Fieberanfall, der nur ein paar Stunden dauert, besonders wohl.

[…]

…Wenn wir nur endlich eine eigene Wohnung hätten. Wie soll ich dazu kommen? Das Haus von Davids Eltern an der Feierbergstraße können wir vergessen, das dauert bis über unsern Tod, bis es möglich sein wird dort einzuziehen.

[Die letzten drei Sätze sind gestrichen. Warum? Wollte sie "unsern Tod" streichen? Sowohl die Beendigung der Renovierung des Hauses an der Feierbergstraße als auch Hildes Tod sind dann aber beide schneller gekommen als erwartet…]

 

 

 

MUTTER ZWISCHEN DEN FRONTEN

 

 

 

Ich habe übrigens während dieses Krieges an Wolf Biermann einen Brief geschrieben:

https://abumidian.wordpress.com/deutsch/biermann

 

 

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