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Donnerstag, 7. März

Ich habe gestern vergessen, Doron diesen wunderschönen Apparat [den Kassettenrecorder] und das Wörterbuch zurückzugeben; so kann ich geradezu meine Abreise dokumentieren und den gestrigen Abend beschreiben. Edith kann auf unbeschreibliche Weise "Hokus-pokus machen", wie Galila es einmal nannte, das heißt eine Rumpelkammer in einen Festsaal verwandeln – hier der runde Tisch wurde ausgezogen, flugs zwei Bretter zwischengelegt und mit einem Stoß Bücher gestützt; das oberste war der Marx, und ich sagte: wenigstens ist der Marx jetzt zu etwas nütz, aber Uri war nicht beleidigt.

Es war ein herrlicher Abend. Ediths Eltern waren hocherfreut über die Bücher, und auch Dolly. Es fragt sich, wer sich mehr freut, der Beschenkte oder der Schenker beim Kaufen und Herrichten. Doron kam sehr elegant, mit seiner Esthi, umarmte mich herzlich und brachte alle die Sachen, die Kassette, zwei Disketten – was habe ich für einen guten Sohn! Auch Doron habe ich allerlei Komplimente gemacht, heute früh, als ich anrief, weil ich den Apparat zurückzugeben vergessen hatte. Ich werde ihn bei Uri lassen, wenn er mich abholen kommt zum Flugplatz. Doron, mein lieber Doron, saß gestern neben mir, und auf der anderen Seite Miki. Ich vermied es, Edith zum dem phantastischen Essen zu gratulieren – schließlich ist Esthi auch eine gute Köchin…

Dolly schlief den ganzen Abend, sprach kaum ein Wort. Wie verschieden die Menschen sind. Rachel aus Moschaw Merchawia – zu Hause ist sie eine vernachlässigte alte Frau, aber als sie mich besuchen kam, in Gesellschaft, war sie herausgeputzt und Grande Dame. Dolly ist in Gesellschaft eine Matrone und bei sich zu Hause Königin.

[Und ich habe diese Abschiedsfeier völlig vergessen. Keine Erinnerung. Nichts. Merkwürdig…]

Rachel – ich hätte sie anrufen sollen. Und Miki R. und Einat; es ist so schwierig, immer von einer fremden Wohnung aus. Ob ich vom Flugplatz noch telefoniere?

[…]

Eine Crepe-Papier-Blume ist liegengeblieben. Die Fensterscheiben sind immer noch voll von Spuren der Klebepapier-Gitter; die israelische Industrie macht jetzt Geschäfte mit Chemikalien, die Klebepapierreste abwaschen.

Beim Frühstück erzählt Edith von ihrem Studium und ihren Forschungsarbeiten und von der Schwierigkeit mit Prüfungsterminen, die wegen des Krieges verschoben wurden. Sie wollte mich ja einmal zur Universität mitnehmen, aber daraus ist nichts mehr geworden. Edith muß, wir verabschieden uns. Die Küche steht voll von schmutzigem Geschirr, aber sie lassen mich nichts abwaschen – das Fest sei für mich gewesen. Ich habe auch keine Zeit zum Abwaschen, muß noch vieles einpacken, […] Wie schön es bei meinen Kindern ist – chaotisch und schön!

Die Notizenkassette bricht ab, für immer und ewig, mitten in einem perlenden Chopin, den Uri für mich spielt.

[Das wars, Leute. É finita la commedia. Es war also doch eine Komödie, mit einem Festessen am Schluss, keine Tragödie. Und es war auch tatsächlich lustig, es durch Hildes Augen wiederzuerleben. Und ich hab Euch ja auch die schmerzlichsten Dinge erspart…

Zurück ins Jahr 2011!  Ohne Hilde…]

abigail-umschlag2

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