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Montag, 11. Februar

[…]

Wir warten jetzt – Esthi im Büro, ich zu Hause – auf den Mechaniker, der das Klo reparieren soll. Es rinnt, der Raum steht ständig unter Wasser. Der Mann hätte um zwölf kommen sollen. Jetzt ist es Viertel vor eins. Um zwei ruft er an, es werde noch etwa eine Stunde dauern. Esthi war zweimal hier, hat mir einen Check hinterlassen und Witze gemacht – von Streit keine Rede mehr. Der Mechaniker kommt um vier zusammen mit Uri.

 

Uri liest Biermanns Artikel kritischer als ich. Es stimme alles, was er sage [so???], aber er habe wohl einen wichtigen Punkt übersehen. Was der Nahe Osten in erster Linie brauche, sei etwas, woran Amerika nicht interessiert ist: wirtschaftliche Unabhängigkeit und Unabhängigkeit von Amerika. "Die Amerikaner, Ima – die werden keinen Frieden bringen!"

 

Die armen Amis! Sie kommen und kämpfen und sterben am Golf – und keiner hat sie gern. [snüff…]

Ich scheine eine unverbesserliche Optimistin zu sein. Ich glaube, daß die Sache hier mit einem Frieden für uns alle endet – für Palästina und mit Palästina. Das sei Zweck-Optimismus, sagt Uri, und ich dopple nach, das Hinderliche sei natürlich, daß die Völker des Mittleren Orient noch im Feudalismus lebten, mit Schein-demokratien.

[Und ich nehme an, meine liebe Mutter hat mit "Schein-Demokratie" nicht den Staat Israel gemeint. Hilde gehört natürlich zu dieser Mapa'i-Generation, die physisch langsam ausstirbt, aber leider ihr Gedankengut weitervererbt hat. Und sie wagt es, das Wort Hypokrisie ins Deutsche zu bringen!! Wenn da wer verleugnet ist, dann sind es doch diejenigen Israelis, die nur um Gottes Willen keine Demokratie in Ägypten haben wollen, das wäre ja gefährlich für Israel, die seit gestern abend um Mubarak trauern, wie sie um König Hussein trauerten, nachdem das ägyptische Volk das aktiv Demokratischste tat, was man sich überhaupt vorstellen kann und wozu die Menschen in Israel wahrscheinlich nie fähig sein werden. Diese Schein-Demokraten müssen aber aufpassen, denn unser nicht-zum-Schein faschistische Außenminister zieht ihnen den Teppich unter den Füssen weg! Er zerreißt ganz systematisch die Maske!]

[…erster Alarm…] wir telephonieren in die Runde. Der Alarm hat Edith bei ihren Eltern überrascht, Uri war diesmal allein zu Hause.

[…zweiter Alarm…] Es muß noch ein falscher Alarm gewesen sein – später ist zu erfahren, daß die Rakete auf die Universität von Riad fiel –

[…]

Nachher essen Esthi und ich gegrillte Würstchen und sind vergnügt. Esthi hat Halsschmerzen und einen geschwollenen Lymphknoten. Ich mache ihr Tee mit Honig und Schnaps und verwöhne sie ein bisschen. Um halb zwei schmettern die Sirenen zum dritten Mal. "Hildegard", neckt Esthi, "ich mag es nicht, wenn du mir dauernd nachts ins Zimmer trampelst."

Auch dieses Mal dauert es nicht lange [bis die Entwarnung kommt], und ich vergesse keinen meiner Lieben anzurufen. Es hat bei Miki ganz in der Nähe eingeschlagen. Der Luftstoß war furchtbar. Es hat die schwere Haustür ausgehängt, und Mörtel ist von der Decke gebröckelt. Die großen Fensterscheiben sind alle ganz geblieben.

 

 

 

MUTTER ZWISCHEN DEN FRONTEN

 

Ja, also wie ich schon dreißigmal hier schrieb: Ich konnte nicht anders und habe Wolf Biermann auf seinen Artikel in der Zeit geantwortet:

https://abumidian.wordpress.com/deutsch/biermann

 

Ach ja, übrigens, vergesst nicht, am Sonntag an die Urne zu gehen, die Schweizer unter Euch! (2011, nicht 1991)

 

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