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Das ist mein letzter Wille / Yoram Kaniuk

Meinen erbärmlichen Körper spende ich der Wissenschaft, ab damit in die Keller der Universität Tel Aviv. Kein Grabstein soll mir errichtet werden. Ich möchte ein Hundegrab im Land, in dem ich geboren wurde. Wir wollten ein Volk retten, Holocaust-Überlebende nach Palästina bringen, wir haben einen Staat gebaut, wir waren Zionisten, und wie Ramban[1] glaubten wir, dass Königtum und Religion nicht miteinander, sondern nur nebeneinander existieren können. Ich habe keine Lust, woanders zu leben, ich liebe hebräisch. Die israelische Regierung zerstört jede Kultur, und die hebräische Kultur dürstet nach Luft, und sie hat keine. Ich werde leben, solange die Natur dies zulässt, und das ist nicht mehr lang. Ich verabschiede mich von Israel, denn es existiert nicht mehr und wird nicht standhalten gegenüber dem "Eretz Israel" der Gebiete und der Rabbiner und dem Rechtsberater der Regierung wie der jetzige, und die Kristallnächte im Süden von Tel Aviv, wo ich geboren wurde vor so vielen Jahren.

Kein anderes Land hat so wenig Respekt vor den Alten, aus keinem anderen Land will die Jugend weg. Wir haben eine Blase dem Meer entlang, und im Negev und in Galiläa, aber wir haben keinen Staat. Die größte Kluft auf der Welt zwischen reich und arm, die Kombination von Hass auf die Schwachen und die Bewunderung des Starken wie Amerika, die Vernichtung der Medizin, die Pflegeheime, die zu erbärmlichen Inseln werden, für diejenige, die nicht genug reich sind. Unser kleiner Staat wird verschwinden, und ich habe keinen Kontakt zum Volk. Das Volk ist dort. Mit Benjamin Netanyahu und Yariv Levin.

Ich werde bald sterben, und ich bin nicht traurig. Es war schwer, schön, groß, klein, und ich hatte Träume und wir haben wunderbare Projekte verwirklicht, es gab Kultur, bis Chaim Ramon die Histadrut, die sich um das Volk sorgte, zerstört hat, all dies ist nicht mehr. Mit Kristallnacht multipliziert mit hebräischem Mein Kampf schwindet die Chance für diese beiden Völker – Israelis und Juden – dahin, und ich verabschiede mich gelassen von diesem Staat, denn ich kannte ihn in seinen schönsten Jahren, die zur Hölle gingen, denn es gibt keine Nation in der Welt, dessen Regierung nach Masada strebt, deren Weisen die Bücher verstecken, damit keine Lebensweisheit sich verbreite. Es gab Churbanot[2] , und es wird weitere geben, und für wen dies gut so ist, der soll die falschen Götter anbeten, und wir werden zu Grunde gehen mit wenig Würde und mit gebrochenen Flügeln.

Übersetzung: Uri Shani

hebräisches Original: http://2nd-ops.com/editors/?p=7127


[1]  Nachmanides war ein katalonischer jüdischer Gelehrter im 13. Jahrhundert. Er kam 1267 nach Akko und starb wenig später dort.

[2] 1. Churban: die Zerstörung des ersten Tempels, 2. Churban: die Zerstörung des zweiten Tempels

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