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Brief an die Schweizer

Lieber Matthias!

Obschon Du mich genug gut kennst, möchte ich hiermit betonen, was vielleicht andere dringend hören müssen:

Als Israeli, der alle Privilegien der israelischen Apartheid genießt, rufe ich Euch auf: Schweigt nicht in diesen dunklen Zeiten von israelischen Kriegsverbrechen! Euer Schweigen, Eure Enthaltung, Eure “Neutralität” ist unser Unglück!

Jede und jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen, ich meine, auch die Pflicht! Interessanterweise glaubt keiner der Unterstützer der israelischen Greueltaten, er hätte kein Recht darauf. Und ich sage: er hat es, aber auch Ihr habt das Recht, nein zu sagen, nein, die Pflicht, denn in Eurem Namen wird gemordet, zerbombt, Euer Geld verschossen und verzinst!

Als Israeli, der alle Privilegien der israelischen Apartheid genießt, rufe ich Euch auf: Dieser Unterdrückungskrieg ist nicht schwer zu beenden, aber kräftige materielle Interessen (amerikanische, europäische, schweizerische, israelische, arabische und andere) töten weiter und weiter. Wenn Ihr nicht zu den direkten Nutznießern dieser Interessen gehört, so stoppt diesen Krieg!

Als Israeli, der alle Privilegien der israelischen Apartheid genießt, rufe ich Euch auf: Die schweizerische Neutralität hat genug Geld gemacht, genug Leben zerstört, genug Worte entwertet.

Wenn Ihr heute auf die Strasse geht und schreit oder auch nur ein Plakat in den Händen hält, werdet Ihr nicht von einem israelischen Soldaten erschossen, nicht in Stücke gerissen durch eine Menschenbombe, nicht mit Tränengas betäubt, Ihr könnt auch in die Nachbarstadt fahren und sogar nach Paris, Roma oder Bruxelles, ihr seid keine Verräter, Euer Haus wird nicht zerstört, und kein Scheich und kein Rabbi hat was zu sagen. Und all das, weil es hier anders ist.

Vielleicht habt ihr Angst, dass ein friedlicher, starker Nahen Osten Euch bedrohen könnte, oder auch nur: Ihr wollt Euch weiter an diesem ganz besonderen Privileg festhalten, uns zu belächeln, dass wir es nicht schaffen. Lächelt nur, schüttelt nur den Kopf, so unschuldig. Auf kurze Sicht verdient ihr was davon. Aber auch das römische Reich hatte mal sein Ende!

Und deswegen:

Als Israeli, der alle Privilegien der israelischen Apartheid genießt, rufe ich Euch auf: Ich bin bereit, auf diese Privilegien zu verzichten. Seid bereit, auf Eure zu verzichten, denn diese Privilegien bedeuten Hass, Mord, Rache, dunkles, schwarzes Blut!

Ihr habt das Recht und die Pflicht, nein zu sagen zu diesem Krieg.

Auch wenn mein fünfjähriger Sohn Midian durch eine Menschenbombe in Stücke gerissen wird, werde ich die Palästinenser nicht beschuldigen, so wie meine Freundin Malka weiterhin mit mir gegen die Okkupation demonstriert, auch nach dem Tod ihres Sohnes.

Ich fürchte den Tod nicht, sondern das Schweigen!

Es ist Frühling, Ostern, Pessach, Zeit für eine neue Welt!!!

uri

Pessach 2002

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