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Dem Staate Israel – zum 50. Geburtstag

Mishmar Ayalon, zum Unabhängigkeitstag 1998 – 50. Geburtstag Israels

Dem Staate Israel, Shalom,

Morgen wirst Du 50 Jahre alt, und ich möchte Dir sehr viel Glück wünschen!

Ich schicke diesen Brief einigen Freunden, da ich möchte, dass sie wissen, wie sehr ich Dich liebe. Zu Ehren Deines Geburtstages habe ich mir heute die Haare schneiden lassen, und ich werde Dir weiterhin monatlich 1400 Shekel durch die Vermittlung der Steuerbehörde überweisen, sowie noch vieles mehr, was ungefähr dem entspricht, was ich meinem Hausherrn für die Miete bezahle.

Ich gebe es nur allzu gerne zu, aus Dankbarkeit! Da Du mir Arbeit gibst. Es stimmt, dass Einige möchten, dass Du nicht mehr Arbeit gibst, dass Du liberaler wirst. Ich habe zum Beispiel gehört, dass Du anlässlich Deines Geburtstages eine wirklich liberale Geste machen willst. Eigentlich, siehst Du, würde ich es vorziehen, Du wärest weniger liberal – aus eigenen Interessen.

Zudem gibst Du vielen Leuten Macht. Es stimmt, einige nennen dies Gewalt, wie wenn es schlecht wäre; aber – es ist nicht unbedingt nötig, auf solche Leute zu hören, die ja nur zerstören wollen.

Und außerdem gibst Du ja sehr viel unseren orthodoxen religiösen Brüdern, die unserm Dasein erst den wirklichen Inhalt geben. Ganz allgemein, mir scheints, Du sähest aus wie die alte Dame aus diesem schweizerischen Theaterstück. Aber Du bist natürlich keine Hure, nur weil Du gibst! Es gibt ja solche, die Dich “Hure” nennen, und das ist nicht recht. Du gibst ja gar nicht dem, der zahlt!

Wir haben einen kleinen Sohn, der heißt Midian, und wir planen jetzt einen Bruder oder eine Schwester für ihn, er soll nicht Einzelkind bleiben. Auch Dir war eine Zwillingsschwester vorgesehen, die aber kurz nach der Geburt starb. Seither, seit 50 Jahren, gibt es solche, die für Dich eine Schwester wollen, damit Du nicht Einzeltochter bleibest. Und damit die Erbschaft gleichermaßen auf beide verteilt würde. Ich kann sie gut verstehen, ich habe nichts dagegen, und es scheint mir einfach unanständig, gegen eine solche Forderung zu sein, aber – in Deinem Fall würde ich eher davon abraten.

Ich merke, dass Dein Ansehen, besonders im Ausland, nicht mehr so positiv ist. Ich möchte Dir dazu was sagen: Lass Dich nicht stören!! Ich weiß gut, dass es Frauen gibt, für welche der 50. Geburtstag problematisch ist, wegen der Menopause usw. Ich will Dir aber etwas sagen: Du bist immer noch eine “Bombe”, eine wirkliche “Bombe”, und nach wie vor und weiterhin sterben junge Burschen für Dich (*), meistens 18- bis 21-jährig, seit 50 Jahren sterben sie für Dich, im Mittel 1 bis 2 jeden Tag! Ich glaube, Du kannst stolz auf Dich sein…

Ja, damals hast Du noch Grenzen gesprengt und das ganze Land erobert, heute bist Du auf dem Rückzug. Ja nu, Du bist halt nicht mehr die Jüngste.

Nein, nein, bitte missverstehe mich nicht, Du bist nicht alt, aber Du näherst Dich doch… Man muss ja doch an die Zukunft denken… und ich möchte Dir was vorschlagen:

Es gibt eine Gruppe von Leuten, die meinen: “Wir wollen nicht an Schläuche verbunden sein und unsern Verwandten und der Gesellschaft zur Last fallen. Im Fall der Fälle wünschen wir, dass die Schläuche abgenommen werden, damit wir in Ehre und Würde sterben.” Nun also – Dein Vater, der Kibbutz, hat dies getan. Logisch. Warum ein Leben weiterführen, das eigentlich schon zu Ende ist?

Würdest Du bitte darüber nachdenken? Ich hoffe, dass ich Dir Mut gegeben habe , und wieder – ich wünsche Dir alles Gute.

Mit besten Grüssen

Uri Shani

(*) – hebräische Redewendungen:

“Bombe” – eine sehr anziehende Frau

“für jemanden sterben” – jemanden sehr lieben

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