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Der Politische Mord

 

In diesem Stück ist der Dialog voraufgenommen und wird über Lautsprecher abgespielt. Jede Szene wird durch 4-5 Skulpturen (Freezes) dargestellt. Dazwischen, vorher und nachher ist dunkel. Die Skulpturen sind kurz (für 1-2 Sekunden) beleuchtet, das Dunkel zwischen den Skulpturen ungefähr 5 Sekunden und zwischen den Szenen etwa 15 Sekunden.

    Ein Politiker spricht, er trägt einen Anzug, der „Terrorist“ trägt Jeans und T-Shirt.

    A – Mit eiserner Faust werden wir jeden Widerstand unterdrücken. Wir werden nicht erlauben, dass eine lächerliche und unbedeutende Minderheit unseren ungeheuren Fortschritt in eine bessere Zukunft bremsen sollte. Auch wenn es nicht leicht sein wird, werden wir der Welt zeigen, dass unser Wille stark wie Stahl ist, und wer sich nicht davon überzeugen will, wird nachgeben müssen. Gegen diese Terroristen dürfen wir nicht schwach sein und wir dürfen nicht mit den Augen zwinkern.

    B – Ha, jetzt hast du gezwinkert!

    A – Nur wenn wir gegen sie mit aller Kraft vorgehen, werden wir es schaffen!

    (Es fällt ein Schuss.)

    2.

    A und B stehen sich gegenüber. Beide in Schwarz

    A – Ich bin nicht mit dir einverstanden.

    B –  Auch ich bin nicht mit dir einverstanden.

    A – Aber ich habe recht und du nicht.

    B – Da bin ich nicht so sicher.

    A – Aber ich bin mir sicher.

    B – Es tut mir leid, aber die Mehrheit denkt anders.

    A – Wie weißt du das?

    B – Sie hat mich gewählt und nicht dich.

    A – Das war keine freie Wahl.

    B – Sie wurde aber international bestätigt.

    A – „International“ hat nichts mit dem Volkswillen zu tun.

    B – Die Mehrheit drückt den Volkswillen aus.

    A – Die Mehrheit hat nicht immer recht.

    B – Doch, die Mehrheit hat immer recht.

    A – Solange sie dich unterstützt, du Schwein.

    B – Wenn die Mehrheit jemals dich unterstützen sollte, werde ich das akzeptieren.

    A – Du hast die Macht, das zu verhindern. Und inzwischen führst du unser Volk in die Katastrophe. (zieht eine Pistole.)

    B – Lass das.

    A – Ich muss das verhindern, um jeden Preis. (schiesst)

    B – Ich werde immer recht haben.

    .

    .

    3.

    B, vermummt, steht hinter A, B hält A ein Messer an die Gurgel

    A – Warum willst du mich umbringen?

    B – Ich habe nichts gegen dich, aber du unterstützest meinen Feind.

    A –  Das stimmt nicht, ich unterstütze ihn nicht.

    B – Das interessiert mich nicht, du repräsentierst ihn.

    A – In wessen Augen?

    B – In meinen Augen.

    A – Warum ausgerechnet ich?

    B – Das ist egal.

    A – Was ist es an mir, dass das Böse in deinen Augen darstellt.

    B – Du bist stark und willst meinen Tod.

    A – Ich bin nicht stark und will nicht deinen Tod.

    B – Das ist nicht wahr.

    A – Ich bin schwach. Schau doch wie schwach ich bin.

    B – Nein. Du bist stark.

    A – Ich kann dir nicht widerstehen.

    B – Du bist stark, du spielst nur den Schwachen, darum muss ich dich schnell töten.

    .

    .

    4.

    A und B mit Scharfschützengewehre, verschiedene Uniformen. A rechts, beobachtet den linken Teil des Publikums, B links, beobachtet den rechten Teil des Publikums.

    A – Wenn ich ihn nicht töte, dann tötet er mich.

    B – Wie geht das schon wieder? „Wer sich erhebt Dich zu töten“

    A –  Ich darf nicht zögern.

    B – Im Moment, in dem ich ihn sehe

    A – muss ich schießen.

    B – Die Augen tun mir schon weh.

    A – So lange warte ich schon.

    B – (erschrocken) Was war das?

    A – Das hab ich vorher nicht gesehen.

    B – Das ist er.

    A – Das ist er.

    (zwei Schüsse)

    .

    .

     

    5.

    A und B sind sich sehr nahe. Beide mit besten Anzügen.

    A – Warum zögerst du?

    B – Ich kann nicht.

    A – Aber es ist so abgemacht.

    B – Ja.

    A – Also los. Ohne Zeitvergeudung.

    B – Vielleicht ist es falsch.

    A – Du weißt, es ist richtig.

    B – Ja, aber vielleicht trotzdem.

    A – Wir haben gesagt: Ohne Gefühle.

    B – Hilf mir.

    A – Was soll das, bist du ein kleines Kind?

    B – Es fällt mir plötzlich schwer.

    A – Nimm dich zusammen.

    B – Gut. (Zückt schnell ein langes Messer.)

    A – (stöhnt.)

    (A liegt auf dem Rücken, B gebeugt über ihm, eine Faust auf der Brust von B)

    .

     

    Uri Shani, Oktober 2004

    Das Stück wurde 2004 im Rahmen der Gedenkfeier an Rabins Mord aufgeführt. Es gibt davon eine Videoaufzeichnung (nicht allzu gut) hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=1klhlGgIb4Q

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