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Sonntag, 20. Januar

[…wir: Hilde, Edith und Uri verlassen die Gottliebs und installieren uns in unsrer Wohnung…]

 

Es stellt sich heraus, dass die so lange vermisste Freiheit im Übermaß konsumiert werden möchte. Wie ich Uri nur einen Moment bei seiner Arbeit am Computer zuschaue, sei es, weil mich die behände Tüchtigkeit fasziniert, mit der er vom Englischen ins Hebräische übersetzt, sei es auch nur, um den Computer kennenzulernen, kriege ich einen Nasenstüber, spitz: "Es stört mich, wenn du mir über die Schulter guckst." Ich entschuldige mich und bin beleidigt. In meinem Zimmer wiederum ärgere ich mich, dass Edith so zeitig die Balkonläden zugeklappt hat – eine israelische Unart: obschon es früh und schnell nachtet, im Sommer wie im Winter, schliesst man die Storen bald nach dem Mittagessen […]

 

Nach auf den Montag, 21. Januar 04.00 Uhr

 

[…wir befinden uns merkwürdigerweise trotzdem wieder bei Ediths Eltern, warum? Kann mich nicht erinnern… ] Wir zogen uns früh zurück, um vor- oder auszuschlafen, wie man es nimmt, aber nun, mitten in der Nacht, bin ich noch wach. Ich schleiche mich zur Toilette, wobei ich die Verandatür nur einen Spalt weit aufschiebe, damit Kätzchen, das in der Pappschachtel mit den Stoffresten und den Kinderporträts schläft, nicht munter wird und die Hündin Tilly stört. Im Wohnzimmer ist außer der Hündin niemand. Das ist ungewohnt. Bisher schliefen auf den Sofas entweder Ruth oder Anita oder beide. Die Mutter mag in ihr Schlafzimmer gegangen sein, aber wo ist Ruth? Der Radioapparat plätschert in der Küche und stört mich auf der Veranda, aber darf ich ihn leiser stellen? Dann hören sie aus dem Schlafzimmer – von dem ein Oberfenster zur Küche offen steht – den Alarm nicht mehr…

Jetzt hilft nur noch ein guter Schluck Whisky.

Die Flasche steht noch in der Ecke auf dem Küchentisch, von niemandem benutzt als von mir, für Erew Schabat, aber auch immer wieder als Schlaftrunk. Ich gieße ein Gläschen ein, aber dann stutze ich. Kaum eine Woche im Land, und die Flasche ist schon zur Hälfte leer. Was werden die Gottliebs denken?

Ich schütte den Whisky zurück, wobei ein paar kostbare Tropfen verloren gehen (nun stinkt auch die ganze Küche) aber man sieht kaum den Unterschied. Die Flasche ist einfach zu leer! Ich fühle Anitas mitleidigen Blick noch ganz deutlich auf mir. Was solls. Ich gieße mir wieder ein. Nein, das kann ich nicht. Sie werden dem Sohn einer solchen Frau ihre Tochter nicht anvertrauen!

Am Ende schütte ich Wasser in die Flasche. Noch ein bisschen. Bis sie zu knapp zwei Dritteln wieder voll ist. Gottliebs sind in einem Land zu Hause, wo Spirituosen ein kaum je konsumiertes Tabu darstellen – [der letzte Satz ist wiederum handschriftlich hinzugefügt…]

 

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